Schüler-Azubi-Ticket für 1 Euro am Tag!

Als Schüler und Auszubildene wollen wir mobil und schnell unterwegs sein. DAfür ist der ÖPNV unablässlich. Doch die Preise für eine Monatskarte sind völlig überzogen!
Deshalb fordern wir, dass jeder Schüler und Auszubildende die Möglichkeit hat, eine Monatskarte für 1 Euro am Tag zu erhalten.

Gegen illegale Graffiti und für Prävention in Schulen

Unsere schönen Städte werden immer mehr von Graffitis verdreckt.
Darum fordern wir mehr legale Flächen zum sprayen und ehr Sozialstunden für illegale Sprayer! Zudem fordern wir präventive Programme der einzelnen Städte in Schulen, in denen über Graffiti aufgeklärt wird!
Graffiti ist nicht nur Kunst, sondern auch Sachbeschädigung.

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Lauinger reagiert auf Kritik von CDU-Nachwuchs mit Hausverbot

Der Nachwuchs der Thüringer CDU (Schüler Union Thüringen) wollte Justizminister Dieter Lauinger von den Grünen am Freitag ein Zeugnis überreichen. Dieser wollte es nicht haben und erteilte kurzerhand ein Hausverbot.

Erfurt. Freie Fahrt für Einser-Schüler: Wer eine „Eins“ oder ein „Sehr gut“ auf dem Zeugnis hatte, der konnte gestern in Mitteldeutschland kostenfrei Bahn fahren. Dieter Lauinger (Grüne), der Thüringer Justizminister, schaffte das nicht. Zumindest dann nicht, wenn man als Grundlage das Zeugnis hernimmt, welches er am Freitag von der Schüler Union, also dem ganz jungen Thüringer CDU-Nachwuchs, erhalten hat.

Dort hagelte es Kritik am wegen der sogenannten Sohnemann-Affäre schwer angeschlagenen Ressortchef. Fünf Kategorien finden sich auf dem Papier: „Amtsmissbrauch – ausreichend; Lesen der Gesetze – mangelhaft; Moral – ungenügend; Neutralität im Amt – ungenügend; Vetternwirtschaft – befriedigend“ heißt es da. Fazit der Schüler Union: „Nicht versetzt. BLF nicht bestanden.“
Lauinger-Sprecher: Minister schon im Urlaub

Die BLF ist die „Besondere Leistungsfeststellung“. Die muss jeder Schüler am Ende der zehnten Klasse des Gymnasiums absolvieren. Sie gilt als ein Abschluss, der dem Realschulabschluss gleichwertig sein soll.

Diese BLF hatte Lauinger seinem Sohn ersparen wollen, weil der sich im Ausland aufhielt. Daraus entwickelte sich eine handfeste Affäre, in der auch Bildungsministerin Birgit Klaubert und Staatskanzlei-Chef Benjamin Hoff (beide Linke) eine Rolle spielten. Die CDU, also die Mutterpartei der Schüler Union, erwirkte die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses.

Am Freitag nun sollte Lauinger sein Zeugnis von drei Vertretern der Schüler Union erhalten. Auf deren Facebook-Seite sieht man ein Video , in dem Lauinger direkt damit konfrontiert wird und in dem er nicht sonderlich aufgeschlossen daherkommt. Die Schüler sollen auch ein Hausverbot erhalten haben, was aus dem Justizministerium allerdings auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert wurde.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte ein Sprecher des Ministers dazu gestern: „Leider kann ich zu dem Sachverhalt gar nichts sagen. Der Minister ist im Urlaub.“

Für den CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring steht indes fest: „Der Minister der Justiz handelt unsouverän, wenn er politisches Engagement von Schülern mit Hausverbot quittiert. Tatsächlich ein Armutszeugnis“, nimmt Mohring den Ball des Schüler Union-Vorsitzenden auf. Der hatte im Video kommentiert: „Ein Arbeitszeugnis für Dieter Lauinger. Ein Armutszeugnis für Rot-Rot-Grün.“

Ministerpräsident diskutiert mit: Statt Lauinger mischt sich allerdings ein anderer hochrangiger Thüringer Politiker in die Zeugnisdiskussion ein: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der stets betont, er sei in den sozialen Netzwerken ganz privat unterwegs, hat sich auf Facebook dazu geäußert. Er wirft der Schülerunion vor, bereits die Ergebnisse des von ihrer Mutterpartei erwirkten Untersuchungsausschusses vorwegzunehmen: „So, so – die Schüler Union praktiziert wohl ‚überholen ohne einzuholen‘. Im Landtag hat die Fraktion der Mutterpartei einen Untersuchungsausschuss etabliert, und die Schüler Union liefert schon die Ergebnisse.“

Fabian Klaus / 27.06.17 Thüringer Allgemeine

Schüler Union fordert: „Schüler sollen für einen Euro am Tag durchs Land fahren können“

Leonard Kramer führt die Schuler Union und hat klare Vorstellungen rund um Bildung, Drogenprävention und Transport.

Erfurt. Die Schüler Union Thüringen setzt sich intensiv damit auseinander, wie Bildung im Land verbessert werden kann. So forderte sie jüngst bessere Übernahme-Chancen für angehende Lehrer. Konkret bedeutet dies, dass „die Landesregierung auch Bewerbungen mit Zwischenzeugnissen ermöglichen muss, um Lehramtsstudenten im Freistaat zu halten und nicht in andere Bundesländer abwandern zu lassen“, betont Leonard Kramer, Abiturient in Erfurt und Landesvorsitzender der Schüler Union. Der größte schulpolitische Verband Thüringens fordere, sagt er, dem Lehrermangel entgegenzutreten, „indem allen Lehramtsanwärtern, die in Thüringen ihr Studium abgeschlossen haben, zeitnah ein Referendariat angeboten wird“. Das ist ein Politikum, weil andere Bundesländer solche Einstellungsregeln bereits haben und so den Thüringern, die erst auf das abschließende Zeugnis warten, mögliche Kandidaten wegschnappen können.

Ein wichtiges Thema in diesem Jahr soll aber auch die Frage sein, wie Thüringen zu einem Schüler- und Azubi-Ticket kommt, das diesen Namen verdient. Kramer orientiert sich dabei an Tickets wie etwa in Hessen. Dort, so sagt er, könnten Schüler und Auszubildende für einen Euro am Tag Bus und Bahn nutzen. Bezugsberechtigt sind im Nachbarland Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende, die in Hessen wohnen oder deren Schule oder Ausbildungsstätte in Hessen liegt. Dazu zählen beispielsweise auch Volontäre oder Personen, die den Freiwilligendienst leisten. Für Studierende gibt es andere Angebote. Auch wenn die Schüler Union die Lehrlinge nicht im Namen führt, setzt sie sich dennoch für diese Gruppe ebenfalls ein. „Mit dem Ticket kann Ausbildung gefördert und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden“, verweist Kramer, dass es wichtig sei, junge Thüringer im Land zu halten und bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.
Vorschläge, wie Bildung besser werden kann

Die Schüler Union, für die Kramer spricht, hat eine ganze Reihe von Vorschlägen, wie Bildung besser werden kann. Beispiel Digitalisierung – und hier vor allem die viel beschworenen internetfähigen Smartboards anstelle der Schultafel. „An sich eine Supertechnologie – und es funktioniert auch bei den Lehrern, die damit umzugehen verstehen, sehr gut“, sagt er. „Wir bekommen aber so viele Rückmeldungen, dass diese Tafeln oft nicht oder nur als normale Schreibtafeln genutzt werden“, sagt Kramer. Wenn dann noch der Text schwerer lesbar sei als früher, gebe es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Rückkehr zur Tafel mit Kreide oder Schulung. Kramer schlägt verpflichtende Fortbildungen für Lehrer vor: „Zwei Stunden pro Halbjahr reichen bestimmt, um aufzufrischen, welche Technologien und Möglichkeiten es gibt – und wie diese im Unterricht anzuwenden sind“.

Die Schüler Union schaut aber nicht nur auf die Lehrer, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage, was Schülern erlaubt sein soll und was nicht. Stichwort Handy: Geht es nach Kramer und seinen Mitstreitern, sollten Schüler das Gerät in der Schule nicht eingeschaltet bei sich tragen dürfen. Kramer spricht die Störgeräusche an, wenn Nachrichten eingehen oder jemand anruft. Das beeinträchtige die Konzentration und behindere den Unterrichtsfluss. Auch die Pause sei nicht dazu gedacht, dass jeder seine Nachrichten checke, sondern um von Person zu Person zu kommunizieren. Wer sich nicht an das Verbot halte, so Kramer, dessen Handy solle eingezogen und der Verstoß gegen das Verbot sanktioniert werden.

Was ist nun aber mit all den Eltern, die ihren Kindern deshalb ein Handy mit auf den Weg geben, damit sie den Nachwuchs erreichen können? Leonard Kramer sieht das so: Wenn eine Nachricht so wichtig ist, dass sie einen Schüler umgehend erreichen muss, könne sie über das Schulsekretariat übermittelt werden. Das heißt: Eigentlich ist fast nie eine Nachricht so wichtig, dass sie vom Schüler während des Unterrichts empfangen werden muss. „Wir haben für diesen Vorschlag durchaus auch von Schülerseite viel Kritik erhalten“, sagt Kramer. Aber wenn er erkläre, warum das Handyverbot wichtig sei, dann könne dies auch von vielen nachvollzogen werden.
In der Schule soll die breite Bildung angelegt werden

Die Schüler Union vertritt die Ansicht, dass in der Schule die breite Bildung angelegt werde, während es an der Uni um Fachspezifisches gehen sollte. Aber an der Schule werden beispielsweise dem Bereich der Philosophie und der Allgemeinbildung zu wenig Beachtung geschenkt. Wertevermittlung sei wichtig. Schule müsse dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche sich zu mündigen Bürgern entwickeln können, spricht Kramer für den Landesvorstand.

Eine wichtige Frage ist aus Sicht des Abiturienten auch, wie Drogenprävention angelegt werde: Zwar seien intensive Ansätze vorhanden, aber oft bedeute dies, dass es bei der Begegnung mit Drogenbeauftragten, Polizei und Staatsanwaltschaft bleibe. Wichtig gewiss, aber Kramer fände es gut, wenn auch Betroffene zu Wort kämen. „Wir schlagen vor, dass junge Leute, die an Drogen hingen oder sogar noch hängen, aus ihrer Perspektive berichten.“ Das mache gewiss Eindruck. Dass es nötig sei, hier alles zu tun, was möglich ist, schließt Kramer aus den Ergebnissen von Drogenkontrollen vor Schulen: „Da wurde zum Teil schon bei jungen Schülern Cannabis gefunden“, weiß er. Aufgeklärt werden müsse auch über die Gefahr von Ritalin, das zum Teil von Schülern, die an der Aufmerksamkeitsstörung ADS leiden, Mitschülern angeboten werde. „Drogenprävention in diesem Bereich ist schon ab der siebten, achten Klasse nötig“, schätzt er ein. Warnungen vor Alkohol müssen ebenfalls früh ansetzen, so Kramer.

Gerlinde Sommer / 29.01.18